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Vergangenheitsaufarbeitung: Hsiao entschuldigt sich für Beeinträchtigung der Kommissionsarbeit

14-09-2018
  • Besonders am Dienstag hatten sich die Mitglieder der Kommission bei der Öffentlichkeit entschuldigt

    Besonders am Dienstag hatten sich die Mitglieder der Kommission bei der Öffentlichkeit entschuldigt

    Bild: CNA (Archiv)

Taipei, 14.09.2018 - Die Debatte um die Legitimität der Kommission zur Vergangenheitsaufarbeitung schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem am Dienstag der Vizevorsitzende der Kommission Chang Tien-chi nach dem Öffentlichwerden einer Tonbandaufnahme eines Meetings zurückgetreten war, kündigte heute der Forscher Hsiao Chi-nan seinen Rückzug von der Kommissionsarbeit an. Hsiao war ebenfalls an dem Meeting beteiligt, das die Debatte auslöste. Heute entschuldigte Hsiao sich bei all jenen, die ihre Hoffnung auf eine schnelle, reibungslose Arbeit der Kommission gesetzt hatten.

 

Auf der Tonbandaufnahme war der ehemalige Vize Chang dabei zu hören, wie er den derzeitigen Bürgermeisterkandidaten der KMT für Neu Taipei Hou You-yi ein Beispiel mangelnder Vergangenheitsaufarbeitung nannte. Hou war 1989 der leitende Polizeibeamte in der Untersuchungskommission gegen den Demokratieaktivisten Cheng Nan-jung gewesen, als sich der Aktivist selbst verbrannte, um einer Festnahme zu entgehen. Chang Tien-chi wird nun beschuldigt, die Anwesenden des Treffens zu Vorschlägen für ein Gesetz aufgefordert zu haben, mit dem politische Funktionäre auf ihre früheren Ämter in einem autoritären System untersucht werden können.

 

Chang steht daher in der Kritik, während des laufenden Wahlkampfes eine Beeinflussung der öffentliche Meinung zu Ungunsten von Oppositionskandidat Hou beabsichtigt zu haben. Dass die Affäre die Arbeit der Kommission beeinträchtigt haben könnte, und ihren Kritikern Material geliefert hat, um ihre Legitimität in Zweifel zu ziehen, bedauere er zutiefst, schrieb der der heute zurückgetretene Hsiao Chi-nan heute auf Facebook. Er werde sich einer Untersuchung stellen und nach bestem Wissen zur Aufklärung der Angelegenheit beitragen.