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Abgeordnete debattieren über Bedeutung von Trump-Kim-Treffen

11-06-2018
  • Ankunft von US-Präsident in Singapur

    Ankunft von US-Präsident in Singapur

    Bild: CNA

Taipei–11. Juni 2018. Einen Tag vor dem geplanten Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben Parlamentarier in Taiwan heute über mögliche Auswirkungen der Gespräche diskutiert. Das erste derartige Treffen seit Ende des Koreakriegs 1953 soll morgen in Singapur stattfinden.

 

Der Abgeordnete Chiang Chi-chen von der oppositionellen KMT sagte, dass die koreanische Halbinsel in der Vergangenheit als einer der Konfliktherde Asiens angesehen wurde. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen sei aber abzusehen, dass sich in Zukunft nun Taiwan noch schwerwiegenderen Herausforderungen ausgesetzt sehe.

 

Zudem forderte Chiang die Sicherheitsbehörden Taiwans dazu auf, unabhängig vom Ausgang der Gespräche in Singapur, vorbereitet zu sein. Laut Chiang seien von den Gesprächen nicht nur die beiden Koreas und die USA betroffen. Auch die Reaktionen Chinas und Russlands müssten von den Sicherheitsbehörden berücksichtigt werden.

 

Der Abgeordnete Lo Chih-cheng von der Regierungspartei DPP sagte dagegen, dass die Taiwanstraße international schon seit langem als ein möglicher Krisenherd gelte. Das bedeute aber nicht, dass ein erhöhtes Risiko bestehe. Vielmehr werde durch das Trump-Kim-Treffen Taiwans strategische Position deutlich.

 

Lo sagte: „Sowohl Trump als auch Kim Jong-un handeln zu einem Teil unvorhersehbar. Deshalb lassen sich erst, wenn die Ergebnisse des Treffens vorliegen, passende Schlüsse ziehen. Unbestreitbar ist, dass in der Asien-Pazifik-Region eine neue Zeit großer Veränderungen begonnen hat. Wie es in Zukunft weitergehen wird, beeinflusst nicht nur das Miteinander der großen Länder, sondern auch wie die politischen Führer neue Strategien entwerfen.“