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Konferenz zu neuem Buch über 228-Zwischenfall endet im Tumult

27-02-2017
  • Historiker Chen Yi-shen

    Historiker Chen Yi-shen

    Bild: CNA
  • Tumult bei Konferenz

    Tumult bei Konferenz

    Bild: CNA

Taipei – 27. Februar 2017. Zum 70. Jahrestag des Zwischenfalls vom 28. Februar 1947 hat der Historiker Chen Yi-shen von der Academia Sinica heute sein neues Buch vorgestellt. Während der Konferenz kam es zu Tumulten als eine Gruppe von Protestierenden das Gelände betrat und Chen für seine Aussagen in dem Buch kritisierte.

 

In dem Buch geht Chen unter anderem der Frage nach der Verantwortung für das Massaker an 20.000 Taiwanern im Zusammenhang mit dem Zwischenfall nach. Laut Chen trug der damalige Präsident Chiang Kai-shek von der Kuomintang die größte Verantwortung für das Massaker und spätere Morde im Namen der Regierung.

 

„Damals behielt Chiang entgegen der Beschlüsse von Partei und der Kommission für Landesverteidigung (den Gouverneur Taiwans) Chen Yi auf seinem Posten und leitete keine Untersuchung gegen ihn ein. Außerdem ernannte Chiang im Sommer 1947 entgegen der Empfehlungen seiner Berater den General Peng Meng-chi in das leitende Amt des Garnisons-Kommandos. Wie wir wissen, hat Peng in diesem Amt zur Zeit des Weißen Terrors viele Menschen umgebracht. Zu sagen, dass Chiang in diesem Punkt die größte Verantwortung trägt, gilt für mich daher als sicher,“ so Chen.

 

Chen lobte die Regierung für die Deklassifizierung von historischen Dokumenten zu dem Zwischenfall. Er hoffe, dass in Zukunft noch mehr junge Forscher bei der Bearbeitung der Dokumente mitwirken, damit die Wahrheit schneller ans Licht kommen könne.

 

Die Protestierenden warfen Chen Übertreibungen in seinem Buch vor. So wären die von Chen genannten Opferzahlen von 20.000 Menschen zu hoch. Außerdem kritisierten die Protestierenden, dass die ständige Politisierung des Zwischenfalls das harmonische Miteinander der Volksgruppen in Taiwan verhindere. Als die Tumulte zu eskalieren drohten, riefen die Organisatoren die Polizei.