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Gedenktage haben nur nach tiefgreifenden Reformen einen Wert

24-02-2017
  • Aufarbeitung weiter im Gange

    Aufarbeitung weiter im Gange

    (Foto: CNA)

Taipei – 24. Februar 2017 - Wichtigster Aspekt des Gedenkens an den 228-Zwischenfall sei der Aufruf an das Volk, dass es Herr der Nation sei, sagte Alex Huang, Sprecher des Präsidialamts am heutigen Freitag.

Bei dem 228-Geschehenl löste ein Zwischenfall in Taipei am 28. Februar 1947 tumultartige Proteste der taiwanischen Bevölkerung gegen die Machtausübung der gerade vom Festland übergesiedelten Truppen der Regierung der Kuomintang-Partei aus, die sich über das ganze Land ausweiteten. Im weiteren Verlauf kam es zu Säuberungsaktionen und politischer Verfolgung, einer Phase, die als "Weißer Terror" bezeichnet wird. Die genaue Zahl der Opfer ist unbekannt, Geschichtsforscher gehen davon aus, dass etwa 20.000 Personen dabei ihr Leben verloren.

Huang machte seine Aussage als Antwort auf die von Chinas Regierung gemachten Bemerkungen zum 70. Jahrestag dieses Ereignisses. Die Behörde für Taiwanangelegenheiten Chinas hatte ebenfalls mitgeteilt, dass man Gedenkfeiern aus Anlass des 70. Jahrestages abhalten wolle.

 Präsidialsprecher Huang entgegnete, dass solche Gedenkfeiern nur einen Wert hätten, wenn Werte wie Freiheit und Demokratie als Grundlagen der Nation anerkannt werden und die Regierung unterschiedliche Meinungen und Gedanken fördere und nicht mit Gewalt gegen sie vorgehe.

 „Die Geschichte ist ein Spiegel, in dem man sich erkennen und Lösungen finden kann. Richtet man ihn auf andere, verzerrt man die Bedeutung, hat keine Möglichkeit sich zu erkennen und verschwendet damit die große Gelegenheit zur Verbesserung...“ sagte Präsidialsprecher Huang.