picture
picture
picture
picture
 
Mondfest
picture
picture

Foto: CNA

Mond betrachten, Grillen, und Unterhaltung am Abend des Mondfestes

Das Mondfest oder Mittherbstfest wird am 15. Tag des achten Monats nach dem traditionellen Mondkalender gefeiert. Im Jahr 2007 fällt das Mondfest auf Dienstag, den 25. September. Es ist eines der wichtigsten traditionellen chinesischen Feste. Es heißt, das Mondfest oder Mittherbstfest hat seinen Ursprung in einer alten Opferzeremonie für die Mondgöttin. Später wurde diese Tradition mit der Legende und Tradition der Mondkuchen verbunden.
Das Mondfest wird traditionellerweise im Familienkreis gefeiert - es heißt in einem Sprichwort: "Wenn der Mond rund ist, ist auch der Kreis der Menschen rund". Dies bedeutet, dass zum Mondfest, wenn der Vollmond am größten ist, alle Familienmitglieder zusammenkommen und das Fest gemeinsam feiern. Viele Familien oder Freunde machen am Mondfest gemeinsam einen Ausflug - meist wird gegrillt, es werden Mondkuchen und Pomelos gegessen und am Abend gemeinsam der Vollmond betrachtet.
Wie bei vielen traditionellen Festen ranken sich auch um das Mondfest weitere Legenden, wie die Geschichte von Chang-E, die zum Mond fliegt, von Wu Gang, der einen Cassia- Baum fällt, oder dem Jade-Hasen auf dem Mond.
Da das Mond- oder Mittherbstfest in die Erntezeit fällt, werden zu diesem Anlass auch dem Erdgott (Tu-Di-Gong) Opfer dargebracht - in der Hoffnung auf weitere


Foto: CNA

Jedes Jahr bieten Bäckereien und Restaurants neben den traditionellen Mondkuchen auch neue Kreationen an

Zum Mondfest gehören unbedingt Mondkuchen. Sie werden an Familienangehörige, Freunde, Angestellte oder Nachbarn verschenkt. Mondkuchen sind meist rund - in Taiwan sind die traditionellen salzigen Mondkuchen mit Fleisch und Eidotter gefüllt, die süßen Mondkuchen mit Süßkartoffeln. Es gibt jedoch Mondkuchen in allen Geschmacksrichtungen, vor allem auch mit süßer Füllung aus roten oder grünen Bohnen, Sesam und Ananas und jedes Jahr zum Mondfest werden neue Geschmacksrichtungen entwickelt. Doch wie entstand der Brauch der Mondkuchen? Es heißt, dass diese Tradition in der späten Yuan-Dynastie (1271-1368) seinen Ursprung hat. Die Geschichte ist folgende:
Foto: Shi-Chi Art Cake

Der "Holzkuchen" ist eine Kreation von "Shi-Chi Art Cake"

Han-Chinesen planten unter der Führung von Chu Yuan-chang einen Aufstand gegen die Mongolen-Herrschaft der Yuan-Dynastie. Doch Chu musste einen Weg finden, um seinen Anhängern und dem Volk den Tag des Aufstandes mitzuteilen, ohne dass die Mongolen-Herrscher davon erfuhren. Chus enger Ratgeber, Liu Po-wen, hatte schließlich eine glänzende Idee, nämlich eine Geheimbotschaft in Kuchen zu verstecken und diese an das Volk zu verteilen. Als die Leute  dann die Kuchen aufschnitten, fanden sie darin eine Nachricht, die lautete: "Erhebt Euch am 15. des Achten Mondes". So war das Volk informiert und sie erhoben sich am Mittherbstfest, um die Yuan-Dynastie zu stürzen.


Eine weitere Tradition zum Mondfest ist das Essen und Verschenken von Pomelos, einer großen, birnenförmigen Pampelmusenartigen Frucht. Die Chinesische Bezeichnung von Pomelo klingt wie "Segen", deshalb sind Pomelos ein Symbol für Glück. Da die Pomelos um die Zeit des Mondfestes reif sind und geerntet werden, wurden sie zu einem Teil des Mondfest-Brauches

Foto: CNA

Pomelo Laternen sehen nicht nur schön aus, sie verströmen auch einen sehr angenehmen Duft


Foto: CNA

Pomelos  sind außen gelb bis grün und haben ein helles Fruchtfleisch. Eine neue Züchtung ist die Pomelo mit rotem Fruchtfleisch

Foto: CNA
Eine weitere Legende, die sehr eng mit dem Mondfest verbunden ist, ist die von Chang E, die zum Mond fliegt. In dieser Legende heißt es, dass früher nicht nur eine Sonne um die Erde kreiste, sondern gleich zehn. Die vereinte Kraft dieser zehn Sonnen vertrocknete die Erde und die Ernten verdorrten, so dass die Menschen Hunger litten. Um die Menschen vor dem Verhungern zu retten, schoss der berühmteste Bogenschütze des Landes, Hou Yi, neun der 10 Sonnen mit Pfleil und Bogen vom Himmel.
Doch diese zehn Sonnen waren die Söhne des Jadekaisers, der über den Verlust seiner Söhne sehr zornig war. Deshalb verbannte der Jadekaiser Hou Yi und dessen Frau Chang E und deren Kinder von der Erde. Als die Göttin des Westens dies erfuhr, hatte sie Mitleid mit Hou Yi und gab ihm ein Unsterblichkeitselexier. Doch dessen Frau, Chang E, trank heimlich dieses Unsterblichkeitselexier und kaum hatte sie es hinuntergeschluckt wurde ihr Körper leichter und leichter und sie schwebte schliesslich zum Himmel empor. Doch sie fürchtete, dass die Götter im Himmel sie auslachern würden und suchte deshalb auf dem Mond Zuflucht. Dort baute sie sich einen Palast. Seit diesem Tag lebt Chang E als "Frau im Mond" dort in ihrem Mondpalast. Da man annimmt, dass Chang E am 15. Tag des achten Monats zum Mond entschwebte, werden zum Gedenken an dieses Ereignis am Mitteherbstfest dem Mond Opfergaben dargebracht.

Foto: CNA

In diesem Jahr war zum Mondfest eine Fahrt mit der neuen Gondelbahn in die Teeberge von Mucha beliebt

Chang E ist jedoch nicht ganz alleine auf dem Mond. Besonders zum Mondfest, wenn der Mond ganz groß und rund am Himmel steht, kann man einige schwarze Schatten erkennen - und manchmal kann man sogar Wu Gang sehen, wie er versucht, einen Cassia-Baum zu fällen. Die Geschichte ist folgende: Wu Gang ist ein Holzfäller, der unbedingt Unsterblichkeit erlangen wollte. Diese Anmaßung ärgerte die Unsterblichen und sie verbannten Wu Gang auf den Mond und sagten ihm, er könne erst zur Erde zurückkehren, wenn er den riesigen Cassia-Baum dort gefällt habe. Obwohl Wu Gang Tag und Nacht arbeitete, hatte er keinen Erfolg, denn der Cassia-Baum ist ein Zauberbaum und regeneriert sich von jedem Hieb von alleine. Und deshalb befindet sich Wu Gang bis heute auf dem Mond und versucht, den Cassia-Baum zu fällen

Der Jade-Hase befindet sich im Gegensatz zu Wu Gang nicht auf dem Mond, weil er zur Strafe dorthin verbannt wurde, sondern als Belohnung für eine gute Tat. Die Geschichte lautet wie folgt: Vor langer, langer Zeit verwandelten sich drei Unsterbliche in arme, alte Bettler. Sie baten einen Fuchs, einen Affen und einen Hasen um Essen. Der Fuchs und der Affe hatten beide etwas zu Essen, das sie den alten Bettlern anbieten konnten. Doch der Hase war selbst arm und besaß nichts. Da er großes Mitleid mit den alten Bettlern hatte, sprang er ins Feuer, damit die drei armen alten Männer sein Fleisch essen konnten. Die drei Unsterblichen waren von dieser uneigennützigen Opferbereitschaft des Hasen so bewegt, dass sie ihm ewiges Leben auf dem Mondpalast gewährten. Dort lebt der Hase als Jade-Hase immer noch. Man sieht den Jadehasen meist beim Zerstampfen von Kräutern in einem Mörser.

Erdgott

Der Erdgott, mit ursprünglichem Namen Fu-Teh Cheng-shen, auch als She-Shen oder Dorfgott bekannt, ist die Gottheit für lokale Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Erdgott ist wohl der am engsten mit dem täglichen Leben der Menschen verbundene Gott. Es gibt zahllose Tempel und Schreine des Erdgottes in ganz Taiwan. Da der Erdgott eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielt, wird ihm auch zum Mondfest geopfert, um ihm für die diesjährige Ernte zu danken und um weitere gute Ernten zu erbitten.
picture
picture
picture
picture

Radio Taiwan International
No.55 Pei An Road Taipei, Taiwan. R.O.C.
www.rti.org.tw